Zu diesen Fotos wüßte Dr. Neumann sehr viel zu erzählen.

Ausgrabungsfunde ca. 1975 aus der Kakushöhle, Foto: HSL

Unterkiefer eines Höhlenbären, Kakushöhle, ca. 1975,
Foto: HSL

Ausgrabung Frankengrab bei Zingsheim, ca. 1975,
Foto: Dr. Neumann

Römerkanal-Sammelbecken in Eiserfey, 1959 (vor 2 Jahren erneut ausgegraben und überdacht).
Foto: Dr. Neumann
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Quelle: KStA, 1.Juni 1990 / APS
Rheinlandtaler für Dr. Hermann Neumann
Jurist auf den Spuren archäologischer Schätze
Von unserem Redakteur Günter Hochgürtel
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Mechernich-Lorbach — In der Kakushöhle bei Dreimühlen kennt er jeden Stein und Strauch. Wo immer im Raum Mechernich Zeugnisse längst vergangener Zeiten im Erdreich schlummerten, war Dr. Hermann Neumann zur Stelle und forderte die Denkmalpfleger auf nachzugraben. Seit 25 Jahren ist der gebürtige Kölner schon Mitarbeiter der Bodendenkmalpflege — ein Anlass, ihm jetzt den Rheinlandtaler zu verleihen. Dr. Neumann wird die hohe Auszeichnung am kommenden Donnerstag im Euskirchener Kreishaus entgegennehmen.
Politisch stark engagiert
Da er seit Jahren in Mechernich-Lorbach ansässig ist, lag Neumann die Kakushöhle natürlich besonders am Herzen. Als unter anderem auf sein Betreiben hin dort nach archäologischen Überbleibseln gegraben wurde, stand er mit Rat und Tat zur Seite, um die neuesten Funde, die heute teilweise im Römisch-Germanischen Museum in Köln zu sehen sind, zu begutachten. Auch dem Römerkanal, der quer durchs Mechernicher |
Stadtgebiet verläuft, widmete er seine volle Aufmerksamkeit.
Oft begannen die Denkmalbehörden erst nachzuforschen, wenn sie von Neumann auf Besonderheiten in der Landschaft hingewiesen wurden. So war der inzwischen 83jährige daran beteiligt, dass die Hügelgräber im Bereich der „Hovenzeley" bei Weyer untersucht und nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten ausgewertet wurden. Das Gleiche gilt für die fränkischen Steinplattengräber in Holzheim und Gehn.
Mit dem bekannten Münstereifeler Heimatforscher und Museumsgründer Toni Hürten verband Neumann eine enge Freundschaft. Nach dem Tode Hürtens kümmerte sich Neumann um dessen Nachlass.
Schon als Student war der spätere Versicherungsjurist politisch engagiert. Als Vorsitzender der sozialistischen Studentenschaft wurde er in der Nazizeit mehrfach verhaftet und entging dem KZ nur knapp. In Lorbach engagierte sich Neumann stark für den Aufbau eines Jugendheims.
Sein Arbeitszimmer im Ruhestandssitz ist voll gestopft mit Fachliteratur über Bodendenkmäler. Und soweit sein Gesundheitszustand es zulässt, ist Neumann immer noch unterwegs, um verborgene archäologische Schätze aufzuspüren. |
1972 - Dr. Neumann führt eine Schulklasse durch die Kakushöhle bei Eiserfey |
von Hubert Schmitz, Lorbach (HSL), Lehrer und Konrektor i.R. der Gemeinschaftshauptschule Mechernich
Selten findet man als Lehrer einen Menschen wie Dr. Neumann, der sein Engagement für junge Menschen und seine Leidenschaft für das Alte, nämlich Archäologisches, so tatkräftig zu verbinden wußte, umzusetzen und es in den Dienst der Bildung und Erziehung zu stellen. Er, ein Jurist, besaß das Gespür für das pädagogische Prinzip, bei jungen Menschen in ganzheitlicher Sicht "Kopf - Herz - Hand" (Pestalozzi) anzusprechen.

Foto: HSL |
Abenteuerlich klettern über die feucht-glitschigen Felsen in der Höhle, den Brandgeruch des Feuers erahnen - ja, riechen, um das wohl die frühmenschlichen Bewohner der Höhle hocken und Fleich rösten, über die Reste eines gejagten Höhlenbären stolpern - so ähnlich wußte Dr. Neumann die Schuljugend für archäologische und vorgeschichtliche Themen zu begeistern. Und wenn die Schüler dann bei ihren Grabungen (im Ausgrabungsschutt!) noch Knochenreste oder Zähne entdeckten, war die Aufregung groß, und Dr. Neumann ein gefragter Fachmann, der die Funde erklären musste (Siehe Foto unten).
Alle Fundstücke, auch späterer Höhlenexkursionen, wurden in die Schulsammlung eingefügt und dienten noch vielen Schülergenerationen als Anschauungsmaterial beim Einstieg in die Themen Evolution und Geschichte der frühen Menschheit.

Foto: HSL |
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