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Primiz - So bezeichnet man die erste von einem römisch-katholischen Priester als Zelebrant oder Hauptzelebrant gefeierte Heilige Messe. Sie folgtin der Regel an einem der Priesterweihe folgenden Sonntage als feierliche Primiz in der Heimatgemeinde des Priesters. Meistens sind auch weitere Priester aus dem Umfeld des Neupriesters zugegen, darunter auch der Primizprediger (hier die Pfarrer Frohn, Lejoly und Harff sowie Kaplan Reuter, gebürtig aus Kallmuth). Nach dem Ende der Messfeier bzw. wenn sich ein Gemeindefest anschließt bei der Dankandacht, spendet der Neupriester zuerst den anwesenden Geistlichen und danach der ganzen Gemeinde den Einzelprimizsegen. Er legt den Gläubigen beide Hände auf den Kopf und segnet unter Anrufung der Heiligen jeden einzeln. Der Primizsegen steht als „Erstlingssegen des Priesters“ beim Volk in hohen Ehren.Der Volksmund besagt, es lohne sich für den Primizsegen, ein Paar Schuhe abzulaufen.

Quellen: HSL, Wikipedia.

Biografisches

*18.08.1892 - +11.04.1980
Vater: Michael Schumacher
Mutter: Sibilla Steffens [?]

Einschulung: 20.04.1898, Lehrer Brülls.
Entlassung: 01.03.1905 nach dem 6. Schuljahr. Bemerkung: "Der Knabe studiert!" Darum wurde er entlassen."
Lehrer Kaldenbach.

Edmund Schumacher als Kind

Ganz links auf dem Fotoausschnitt: Edmund Schumacher in der Volksschule zu Lorbach um 1901. (Rechts von ihm: Wilhelm Evertz *1893. Kind rechts: ?. Obere Reihe links: Stolz Anna Gertrud *1892 oder ihre Schwester Stolz Elisabeth *1894; rechts: Schumacher Gertrud *1891 (verh. Krischer).
Namensangaben größtenteils von Peter Stoltz (APS).
Foto: Quelle APS

1921, 14. August, Priesterweihe
1921, 21. August, Primiz in Kallmuth / Lorbach.

Erste Seelsorgerstelle: Kaplan in der Pfarrgemeinde St. Michael in Oberhausen.

1923 kurzfristig Rektor des Herz-Jesu-Klosters in Nettersheim (Eifel).

Danach als Kaplan
in Vernich,
in Niederkrüchten an St. Bartholomäus,
in Kohlscheid an St. Katharina.

1939, am 3. Mai, erfolgte seine Ernennung zum Pfarrer von Hoengen bei Alsdorf an St. Kornelius. Einführung am 18. Juni 1939.

1960, 15. Oktober, Versetzung in den Ruhestand.

1971, 14. August, goldenes Priester-jubiläum

1980, 11. April, verstorben. Beerdigt in Kallmuth

Quellen: Kirchenzeitung Bistum Aachen, April 1980; HSL

 

 

 

 

Pastor Edmund Schumacher, ein Lorbacher

Primiz von Edmund Schumacher 1921
Foto: Fest der Primiz in Lorbach. Quelle: Familienalbum Jakob Dahmen / Keischgens.

Neupriester Edmund Schumacher feiert Primiz.
Quelle: Schulchronik Lorbach, Auszug

Am 21. August 1921, am Feste Mariä Himmelfahrt, feierte die Pfarrgemeinde Kallmuth ein seltenes Fest, das erst einmal vor 12 Jahren gefeiert werden konnte. Damals war es Herr Kaplan Reuter von Kallmuth, diesmal Herr Neopresbyter Edmund Schumacher aus dem Filialort Lorbach, der sein erstes feierliches Hochamt unter seinen Pfarrangehörigen feierte. Im feierlichem Zuge, an dem sich die kirchlichen und weltlichen Vereinen mit ihren Fahnen vollzählig beteiligten, wurde der Herr Primiziant am Eingange des festlich mit Triumphbogen und Girlanden geschmückten Pfarrdorfes abgeholt, wo der Herr Ortspfarrer Harff den Neugeweihten begrüßte, gratulierte und um ein Memento für alle Pfarrkinder von Kallmuth bat. In feierlicher Prozession zog man betend und singend unter Begleitung der Ortskapelle zur Kirche, wo der Herr Primiziant unter Assistenz der früheren Herrn Pfarrer Frohn, Lejoly und Reuter das feierliche Amt hielt. In herzlichen Worten hielt Herr Pfarrer Harff [als Primizprediger] die Predigt über die Würde, Bürde und die Freuden des Priestertums.
Nachmittags war feierliche Komplet und Litanei; Abends ein Fackelzug in Lorbach, wobei der Gemeindevorsteher Görgen die Wünsche der Lorbacher überbrachte und Herr Neopresbyter Schumacher in wohlgesetzter Rede seinen Dank aussprach.
Montagmorgen, 22. August 1921, war in Lorbach Hochamt des Primizianten für alle Lebenden und Verstorbenen von Lorbach, besonders für alle gefallenen Krieger, unter allgemeiner Beteiligung.
Herr Edmund Schumacher wurde zum Kaplan an St. Michael in Oberhausen ernannt.

Weiteres unter "Biografisches".

In schwerster Zeit - Pfarrer an St. Cornelius in Hoengen bei Alsdorf ab 1939
Quelle: Alsdorf, meine Heimatstadt – Geschichte einer Stadt,
Johannes Palmen / Peter Dzinga ( Auszug)

….. 1936 wird das Flaggen in kirchlichen Farben untersagt. Eine längere Krankheit veranlasst Pfarrer Schaffer [Vorgänger von Edmund Schumacher] zu resignieren.

 Am 18. 6. 1939 wird Edmund Schumacher als Pfarrer von Hoengen eingeführt. Die Einführung durfte sich nur auf kircheneigenem Gebiet abspielen. Zwei Polizisten verboten das Betreten der Kirchstraße. 1942 wurden Kaplan Montue und Organist Dollendorf ins Heer einberufen. Die Seelsorge musste auf den Kirchenraum beschränkt werden. Drei Glocken bis auf die kleinste mussten abgegeben werden. Pater Eise, der die Cornelius-Oktav gehalten hatte, wurde in demselben Jahre das Opfer der Kirchen-Gegner - er kam nach Dachau, dem berüchtigten Konzentrationslager für Priester, wo er nach wenigen Monaten starb und eingeäschert wurde. Das folgende Jahr 1943 stand un­ter dem ständigen Schrei der Sirenen. Luft-Schutz war das öffentliche Thema und das Gespräch der Menschen. Es wurden Bunker und Erdstollen gebaut. Zweimal wurde unser Ort direkt von Bomben getroffen, denen sechs Personen zum Opfer fielen. Der Luftkrieg belastete die Heimat immer mehr, so dass 1944 das Unheil hereinbrechen musste. Am 7. 10. 1944 war Alsdorf schon in den Händen der Amerikaner - und unser Ort steht im Feuerbereich der feindlichen Artillerie.

 

 

Zum Glück war Ende September die ganze Pfarre durch General-Absolution und Empfang der hl. Eucharistie vorbereitet. Die meisten Familien wurden gezwungen zur Evakuierung. Viele blieben dennoch zurück, in drei Bunkern wurde Gottesdienst gehalten und Betstunden. Am 1. November wurde unser Gotteshaus durch den andauernden Beschuss der Artillerie und der Bomben ein Trümmerfeld. Die Kaplanei und das Pfarrheim wurden zerstört. Am 15. 11. 1944 ging auch Pfarrer Schumacher in die Evakuierung, da die Lebensverhältnisse durch den langen Beschuss allzu schwierig wur­den. Nur wenige, ca. 150, blieben trotz allem in Hoengen. Am 17. November rückten endlich die Amerikaner, die 9. Armee, zum größten Teil Mormonen, in unsern Ort ein, wo sie bis Februar 1945 überwinterten; am 16. 5. 1945 kam Pfarrer Schumacher wieder nach Hoengen zurück. 200-300 Menschen waren hier. Der Gottesdienst fand im Kloster statt.
Ca. 40 Zivilisten waren durch Artillerie zu Tode gekommen. Später war der Gottesdienst im Hogenschen Sälchen auf dem Markt, dann vom 22. 8. 1945 an im Saal Emundts, Kirchstraße.

Das der Zivilgemeinde zugeschriebene alte Kirchhof-Gelände wird durch Tausch erworben. Ein Platz zum Neubau war damit geschaffen. Im Juni 1948 kam die neue Währung.
Ab Oktober wurde monatlich für den Neubau der Kirche gesammelt, in Eigenleistung wurde die Planierung des Bauplatzes gemacht. Die neue Kirche wird nach den Plänen des Dombaumeisters Kreusch gebaut. Am 27. 11. 1949 ist die Grundsteinlegung. Am 26. 8. 1951 wurde die Kirche konsekriert durch Bischof van der Velden. Am 6. 9. 1953 wurde die neue Orgel eingeweiht, gleichzeitig die neuen Glocken, vier an der Zahl. Am 24. 9. 1954 wird der neue Kreuzweg eingesegnet, der in Sgraffito-Malerei von Wilh. Geyer, Ulm, hergestellt wurde. Im Jahre 1958 wurden für unsere Pfarrkirche die Fenster in figürlicher Malerei neu hergestellt. Die Entwürfe stammen von dem Maler Wilhelm Geyer aus Ulm. Ausgeführt wurden die Arbeiten von der Firma Ludwig Derix, Rottweil. Am 17. 5. 1960 wurde das Westfenster über der Empore eingebaut. Am 15. 10. 1960 wurde Pfarrer Schumacher in den Ruhestand versetzt, der in den beiden letzten Jahren seiner Tätigkeit ein neues Pastorat baute ….


Edmund Schumacher als Ruheständler in Lorbach auf dem Weg am Lichterthang "Im Acker".
Foto: Quelle APS

… Am 14. August 1971 begeht Pfarrer Schumacher sein goldenes Priesterjubiläum. …

Am 11. April 1980 stirbt der ehemalige Pfarrer von Hoengen, Edmund Schumacher, in Lorbach / Kallmuth.

 

 

© Design, Grafiken, Bilder, Texte, Sounds: Hubert Schmitz, Lorbach (HSL). Ansonsten Angabe des jeweiligen Autors, des Bildeigentümers, der Quelle.
Bei Fehlangaben bitte ich um Mitteilung.