Besinnungs- und Informationstag für unsere Strickfrauen
Vossenack, 10. Mai 2005 - Wofür machen wir unsere Arbeit in den wöchentlichen Treffen? Wie wird das Geld verwendet? - Orientierung und Information fanden die Frauen der Leprastrickgemeinschaft Lorbach auf einer Zusammenkunft im Franziskus-Kloster in Vossenack. Von diesem Kloster aus, genauer: durch Pater Roland Bramkamp erfolgten während der letzten dreieinhalb Jahrzehnte die Gründungen der Lepragemeinschaften in der Eifelregion, deren Wirken ungezählten Leprakranken Heilung und Unterstützung gebracht und neue Hoffnung gegeben hat.
"Unmöglich, allen Leprakranken zu helfen - aber wenigstens denen in Bhubaneswar erweisen wir einen großen Liebesdienst" (Pater Roland).
Etwa 30 Frauen und Männer waren der Einladung von Pater Alfons Schumacher, dem heutigen Koordinator der selbständigen Lepragemeinschaften in der Eifel
gefolgt.
Aus authentischem Munde erfuhren sie, was mit den erarbeiteten Eifeler Geldspenden in Indien in der Chirurgischen Klinik in Bhubaneswar im Staat Orissa, 500 km südlich Kalkuttas Gutes bewirkt wird:
Lepra-Arzt Dr. Remy Luc Rousselot berichtete darüber und zeigte eine Reihe Fotos über seine Arbeiten in dieser Leprastation. Vor allem die Fotos gingen zu Herzen, sie zeigten die grausame Wirklichkeit der Krankheit, die schrecklichen gesundheitlichen Folgen und ließen die sozialen Konsequenzen für die Betroffenen erahnen: ausgestoßen aus der menschlichen Gemeinschaft, keine Chance auf Lebensunterhalt aus eigener Arbeit, verurteilt zu Armut und Bettelei, verstoßen in Hoffnungslosigkeit. Dagegen steht die Arbeit Dr. Rousselot's. Ein von Lepra befallenes Bein z.B. müsse amputiert werden, um dem
|
Menschen eine Überlebenschance zu geben. Bei allem persönlichen Leid sei es immer wieder erstaunlich - so Dr. Rousselot -, wie glücklich die Patienten seien: Für sie eröffneten sich neue Chancen, sie würden in der menschlichen Gesellschaft anerkannt und könnten ein selbstbestimmtes Leben führen, trotz des Handicaps der Beinprothese.
Dr. Rousselot: "Herzlichkeit und Freude sind die beste Medizin für die Kranken."
"Unser Operationsraum ist einfach, aber modern und hygienisch vorbildlich eingerichtet. An 3 Tagen werden 4 bis 5 Operationen hintereinander durchgeführt. An den anderen Tagen werden die Verbände erneuert. In 2004 haben wir 360 Leprakranken im Spital aufgenommen und 530 Operationen an an Händen und Beinen ausgführt."
Die in den Lepra-Kolonien lebenden Kranken mit kleineren Leprawunden erhalten Verbandsmaterial, Salben, Tinktur und Desinfektionsmittel im Werte von 1 €uro. Damit können sie ihre Wunden einen ganzen Monat behandeln.
"Die einfach eingerichtete Küche leistet Hervorragendes. Die gute Küche bringt den Kranken Lebensmut und Gesundheit wieder. Viele Kranken wollen über die notwendige Zeit hinaus hier bleiben, weil sie - vielleicht zum ersten Mal - gute und regelmäßige Mahlzeiten erhalten." -
"Verbandsmaterial, Salben, Tinktur und Desinfektions-mittel im Werte von 1 €uro. Damit können die weniger an Lepra Erkrankten ihre Wunden einen ganzen Monat behandeln."
"Herzlichkeit und Freude sind die beste Medizin für die Kranken."
(Dr. Rousselot) |