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100 Jahre Kapelle Lorbach
100-Jahrfeier: Gott Raum gegeben


Kapellenglocke
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Bestaunt wird der grosse Festkuchen, bevor er angeschnitten wird.
Das macht Appetit! Bevor der Festkuchen angeschnitten wird, zeigt man ihn den Festgästen. In der Mitte: Hubert Hufschmidt, Vorsitzender des Kapellenvereins. Foto HSL


Die Lorbacher feierten das 100-jährige Bestehen "ihrer" Kapelle.

Lorbach, im Juni 2008
»G
ott Raum gegeben«
Lorbach zählt zu den wenigen Orten, die eine Kapelle als ihr Eigentum bezeichnen können. Anlass zum Bau vor 100 Jahren war das Versprechen eines früheren Lorbacher "Gutsbesitzers“, berichtet die Chronik. Die gibt auch Kunde über den Gemeinschaftsgeist, die Entschlossenheit und Opferbereitschaft der Lorbacher vor 1908, dieses Vorhaben durch Geld- und Sachspenden, Hand- und Spanndienste in die Tat umzusetzen, um „Gott (einen) Raum zu geben“. Der christliche Glaube sowie das Bedürfnis, religiöses Leben im Alltag innerhalb des Dorfes zu verwirklichen, Gott auch im Herzen Raum zu geben, bildeten die Basis – damals und über die vergangenen 100 Jahre hinweg.

Das Motto durchzog dann auch die ganzen Jubiläumsfeierlichkeiten: Festumzug durch den Ort und Festkommers am Samstagabend; dann sonntags der Festgottesdienst sowie die eher "weltlichen" Teile des Geburtstagsjubiläums Frühschoppen, Mittagsmahl und Nachmittagskaffee.

Die wohl größte Überraschung für alle, Organisatoren wie Gäste, war die großartige Resonanz in der Lorbacher Bevölkerung und der vielen Besucher aus den Nachbarorten. Ein brechend volles Haus der Dorfgemeinschaft belegte zur Freude aller, dass der gute Geist der Altvorderen auch nach 100 Jahren noch lebendig ist.

Manche Einzelheiten über diesen "guten Geist" hörten die Besucher, unter ihnen eine Reihe offizieller Gäste der Stadt Mechernich und der Nachbarorte. In einem Power-Point-Vortrag konnten sie die Begeisterung, die Anstrengungen und Erfolge bei der Errichtung des Bauwerkes nachempfinden und erfuhren Details über die Sorge um den Erhalt der Kapelle in den ersten Jahrzehnten. Da war die Rede vom Auf und Ab während des 1. Weltkrieges, von der Inflation in den Mitte-1920er-Jahren, von der enormen Arbeitslosigkeit Ende 1920er - Anfang 1930er.
Geweiht wurde die Kapelle der „Maria von der immerwährenden Hilfe“. Beispiele persönlicher oder allgemeiner Nöte ließen die Zuhörer ahnen, welche Bedeutung die dorfeigene „Anlaufstelle für Bitte und Dank“ über die Jahrzehnte hinweg für die Menschen in Lorbach gewonnen hatte.
Viele bisher unbekannte Einzelheiten aus der Kapellengeschichte belegte der Chronist H. Schmitz in Wort und vor allem auch in Bild. Dazu konnte er auf Bauzeichnungen, uralte Fotos, Sammel- und Rechnungsbücher usw. zurückgreifen, die bisher weitgehend verstreut in Lorbacher Familien sorgfältig aufbewahrt worden sind und zum 100-Jahre-Anlass gerne dem Kapellenarchiv übergeben wurden.

Das Wohlfühl-Erlebnis der Kommersgäste wäre unvollständig geblieben, hätten nicht der Musikverein Kallmuth mitgewirkt und der Kapellenverein als Gastgeber für leckeres Essen und Trinken gesorgt, das zu erwähnen soll nicht vergessen werden.

"Gott Raum gegeben - So werden die festlichen Tage zum hundertjährigen Bestehen der Kapelle überschrieben", sagte der Kallmuther Gemeindepfarrer Hoberg zur Einführung in den Gottesdienst. "Wir wollen in dieser Jubiläumsmesse als Höhepunkt der Feierlichkeiten Gott Raum gewähren in uns selbst, in unserem Dorf, in unserer Pfarrgemeinde, denn mit Gott erfahren wir den Sinn des Lebens."

 

100-Jahre-Feier Kapelle in Lorbach
Foto HSL

Auch beim zentralen Teil des Kapellenfestes, der feierlichen hl. Messe bei herrlichem Sommerwetter, war der Zuspruch groß. Tags zuvor hatten die Helfer einen Altar auf den Stufen der Außentreppe errichtet. Ohnehin hätten die  vielen Gottesdienstbesucher nur zu einem geringen Teil Platz in der kleinen Kapelle gefunden. So standen sie in einem Halbkreis auf der Dorfstraße am Fuße des Treppenaufganges.

Im Rund vor der Kapelle standen die Gläubigen bei der hl. Messe.
Foto HSL

Zur festlichen Gestaltung des Gottesdienstes trugen der Rhythmuschor des hiesigen Pfarrverbundes bei und ein Bläsersextett aus Kirchheim bei Euskirchen, aber auch - so möchte man behaupten - die laut tschilpenden Spatzen auf den Dächern der umliegenden Häuser.

Um "Leib und Seele genüge zu tun", boten sich anschließend auf dem Platz vor dem Dorfgemeinschaftshaus und drinnen vielfältige Gelegenheiten. Sie wurden reichlich genutzt, auch im Bewusstsein, bei jedem Bissen und jedem Schluck der guten Sache finanziell zu helfen. Die Lorbacher wissen, was sie ihrem Dorfkirchlein schuldig sind! Denn nur ganz selten im Verlaufe der 100 Jahre sind spürbare Beiträge von "auswärtigen Geldgebern" in die Kapellenvereinskasse geflossen.

Auch der Geburtstagskuchen fehlte nicht. Bevor ihn Hubert Hufschmidt, der Vorsitzende des Kapellenvereins, anschnitt, wurde das dekorative Gebäck bewundert und - zur Anregung des Appetits - allen gezeigt.
Beim Ausklang war man sich einig: Das Kapellenfest war eine "runde Sache", die Reparaturen unter anderem am Kapellengewölbe können fortgesetzt werden, die Hand- und Spanndienstler stehen bereit.


 

© Design, Grafiken, Bilder, Texte, Sounds: Hubert Schmitz, Lorbach (HSL). Ansonsten Angabe des jeweiligen Autors, des Bildeigentümers, der Quelle.
Bei Fehlangaben bitte ich um Mitteilung.