Im Juni 2008 jährte sich zum 100. Male der Tag, an dem die Lorbacher Kapelle zum ersten Mal genutzt werden konnte. Dieses Ereignis,
und dabei auch die Entstehungsgeschichte des von den damaligen Lorbachern errichteten und bis heute ihnen gehörenden kleinen Gotteshauses,
rückten in den Wochen und Monaten des Sommers 2008 ins Zentrum des dörflichen Lebens.
Auf den Anlass
und das Fest selber dürfen wir Heutigen mit Stolz zurückblicken. |
| Die kleine Stahlglocke im Türmchen ist eine Betriebsglocke, die früher im Bereich des Mechernicher Bleibergwerks benutzt wurde. Seit etwa 100 Jahren ruft ihr Geläute zu hl. Messen und Andachten und verbreitet die Nachricht, wenn jemand aus dem Dorf verstorben ist.. |
Das Kapellenglöckchen läutet nur noch gelegentlich zum"Angelus - Gebet", und zwar so:
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Das Notläuten
Brach im Dorf ein Feuer aus oder ereignete sich ein anderes schweres Unglück, bei dem alle Mann des Dorfes gebraucht wurden, läutete man die Glocke in der folgenden Weise:
Dann eilten alle, die das Notläuten hörten von ihrer Arbeitsstelle, von den Wiesen und Feldern, sofort zum Dorf, um zu helfen.
(So berichtet 2008 von Heinrich Schäfer, Lorbach.)
Quelle HSL |
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Laudatio auf eine Kapelle
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| Die Lorbacher feierten im Juni 2008 das 100-jährige Bestehen "ihrer" Kapelle.
Der über 80 Jahre alte frühere Lehrer und Schulleiter der einklassigen Volksschule in Lorbach, Josef Jost, schrieb aus diesem Anlass folgende Verse: |
Josef Jost, Die Kapelle zu Lorbach
Das schönste Haus in unserem Ort
ist die Kapelle am Berghang dort.
Vor hundert Jahr‘n ward sie errichtet,
aus Sandstein gemauert, klug aufgeschichtet.
Unsre Großeltern hatten, man glaube es kaum,
zum Totengebet einst wenig Raum.
Die Bergleute standen, auch das ist wahr,
tagtäglich im Bleiberg in Todesgefahr.
Für alle Lorbacher war‘ne kleine Kapelle,
ein wertvolles Haus an wichtiger Stelle.
Hier holten sie Kraft sich und Marias Segen,
auf ihren gefährlichen Arbeitswegen.
In vielen Schritten wurd‘ sie rundum ergänzt,
Dass sie nach hundert Jahren jetzt noch glänzt.
Ob Türmchen und Anbau, Treppe und Dach,
Für die Kapelle war‘n alle fleißig und wach.
Sie nahmen stets Zeit sich am Abend und Morgen,
Die Zukunft bleibt frei so von allen Sorgen.
Wird alles so bleiben, nichts Neues mehr kommen?
Das fragen wir alle im Bunde der Frommen.
Wir beten für die Kinder, für ihren Segen,
für unser Kapellchen auf ferneren Wegen.
Denn ohne Gebet und Gott in der Mitte,
verspüren auch sie den Verlust uralter Sitte.
Maria Mutter, hilf uns allen,
lass das Kapellchen uns nicht zerfallen! |
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Generationen haben das nebenstehende Marienlied zu allen Zeiten und mit tiefer Inbrunst, insbesondere während "stürmischer Zeiten", in dieser Kapelle als Gebet gesungen, zur Patronin "Maria von der Immerwährenden Hilfe" .
Die Tonaufnahme entstand beim 100-Jahr-Festgottesdienst 2008.
Quelle HSL |
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Maria, breit den Mantel aus,
mach Schirm und Schild für uns daraus,
lass uns darunter sicher stehn,
bis alle Stürm vorübergehn.
Patronin voller Güte,
uns allezeit behüte.
Dein Mantel ist sehr weit und breit,
er deckt die ganze Christenheit,
er deckt die weite, weite Welt,
ist aller Zuflucht und Gezelt.
Patronin voller Güte,
uns allezeit behüte.
Um 1640 |
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