Zwei Schulgebäude erinnern daran, dass Lorbach ehemals eine eigene Schule hatte ...
"Schule ist aus ... endlich!"
Es gibt wohl keinen Schüler, keine Schülerin landauf und landab - Lorbach nicht ausgenommen - , der oder die diesen Satz nicht mit einem befriedigenden Stöhnen gedacht, gesagt, gerufen hat.
Am Ende des Schuljahres 1967/1968 und mit Anfang der Sommerferien hieß es zwar auch: Schule ist aus!, bedeutete aber etwas ganz anderes, nämlich: das endgültige Aus für die einklassige Katholische Volksschule. Josef Jost, Hauptlehrer und damals Schulleiter notierte in der Schulchronik:" Das neue, am 1.8.1968 rechtskräftige Schulverwaltungsgesetz sieht die Auflösung aller Zwergschulen vor. Für uns wird Mechernich der künftige Schulort sein." Und kritisch:"Unverkennbar blieb die wenig gegliederte Schule in der Wissensvermittlung gegenüber der gegliederten Schulform zurück. Die erzieherisch-pädagogischen Vorteile der "Klassenfamilie" aber waren ... hervorragend".
Weiter: "Nach den großen Sommerferien 1968 kamen die Kinder Lorbachs letztmalig für zwei Tage in die bisherige Schule. Hier galt es, den Übergang nach Mechernich zu regeln. Am Montag, dem 12. August, brachte uns der Schulbus zum ersten Mal nach Mechernich. In meiner neuen Klasse befand sich keines der Lorbacher Kinder mehr."
Als letzten Entrag in der seit dem 27. Juli 1880 geführten Schulchronik schreibt Josef Jost: "Die schulische Lage Lorbachs und der 42 anderen Dörfer des Kreises Schleiden kann man in die mehr oder weniger wehmütigen "Grimmschen Worte" kleiden: Es war einmal eine schöne, eigene, kleine Dorfschule".
Kleine Lorbacher Schulstatistik während 94 Jahren einklassiger Volksschule:
552 Schulkinder: 301 Jungen, 251 Mädchen.
Bis 1967 Übergang zu weiterführender Schulen nach 4. Schuljahr (meist Gymnasium):
16 Schulkinder, darunter allein 5 Kinder des Lehrers Theissen.
Lehrer:
Nur männliche Lehrpersonen.
12 Lehrer, die als Schulamtskandidat bezeichnet wurden, also keine abgeschlossene Ausbildug hatten (1874 bis 1903).
7 Lehrer mit voller Ausbildung (ab 1903).
Außerdem: 6 Lehrpersonen, die mehr oder weniger lange in Lorbach Vertretungsunterricht erteilt haben. |
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Und so hatte es angefangen ...
1786: Die sehr begüterten Schwestern Mechthild und Elisabeth Dahmen aus Hostel ermöglichen durch eine Stiftung die Bestellung eines Geistlichen / Vikars, "Frühmesser" genannt, der im Auftrage des Pfarrers der Mutterkirche zu Weyer Frühmessen in Kallmuth zu lesen hatte für dessen Einwohner "nebst zweyen anderen Dörfern" (Lorbach und Bergheim). Außerdem ist es seine Aufgabe, als "Schulmeister" die Kinder der drei Dörfer in Kallmuth zu unterrichten. (Kalenberg gehörte damals noch - bis 1804- zur Pfarre Glehn.) Den Erwachsenen und Kindern aus Kallmuth, Lorbach und Bergheim erspart diese Neuheit den weiten und sehr beschwerlichen Weg nach Weyer zu den Gottesdiensten und dem vom Geistlichen dort gehaltenen Schulunterricht.
Die Umwälzungen durch die französische Revolution, deren Auswirkungen die Oktober 1794 besetzten und 1797 annektierten linksrheinischen Rheinlande besonders zu spüren bekommen, setzen der kirchlichen Macht und Einflußnahme sehr enge Grenzen. Damit endet auch die Tätigkeit der Frühmesser.
1804 wird Kallmuth mit den Dörfern Lorbach, Bergheim und Kalenberg eine neue, selbständige Pfarrgemeinde.
Die Dahmensche Stiftung allerdings bleibt trotz der unruhigen Zeiten erhalten, daher können weltliche Lehrer eingestellt und bezahlt werden, die auch gleichzeitig als Küster im kirchlichen Dienst stehen:
1. Ab 1808 Johann Josef Peters
2. Ab 1817 - 1862 Jacob Broeders aus Glehn
Mehr zu Jacob Broeders demnächst unter historIG
1865/1866 errichtet Bergheim eine eigene Schule.
Der große Brand von Kallmuth (22. Aug. 1873, auch das Schulgebäude ist vernichtet) wird zur Geburtsstunde der Lorbach-eigenen Schule.
Ab 1. November 1873: Unterricht für die Lorbacher Kinder, notdürftig in der Gastwirtschaft von Peter Joseph Schneider (Heinens). Lehrer Schoeller aus Kallmuth.
Ab 2. Januar 1874: Schulunterricht im Tanzsaal beim Gastwirt Ludwig Breuer. Beginn der schulischen Eigenständigkeit Lorbachs. Lehrer-Aspirant Wilhelm Kloth.
Gemeinde erhält Genehmigung, eine eigene Schule zu gründen.
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